Posts mit dem Label Innovation werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Innovation werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 3. Februar 2016

Stakeholder-Belastung durch Frankenschock

Eine Befragung der Switzerland Global Enterprise bei 150 exportorientierten KMU im Dezember 2015 zeigt interessante Einblicke, wie sich diese Unternehmungen im Verlaufe des Jahres der Aufhebung des stabilen Franken – Eurokurses angepasst haben und welche ihrer Stakeholder davon betroffen wurden. Generell zeigt sich, dass das Exportvolumen gehalten werden konnte, dass indessen im Durchschnitt klare Margenverluste hingenommen werden mussten. Rund dreiviertel der befragten Firmen meldeten einen Margenverlust; bei 41 % lag der Rückgang allerdings nur bei 1 bis 10 %. Die Umfrage zeigt aber auch, dass die Unternehmungen mit verschiedenen Massnahmen versuchten,  die negativen Entwicklungen aufzufangen oder doch in Grenzen zu halten. Rund ein Viertel der Befragten meldeten sogar eine Margenverbesserung oder  lediglich eine Stagnation.

Mittwoch, 16. September 2015

Unangenehme Leader und Innovation


Eine implizite Annahme des Leadership-Ansatzes der Stakeholder View ist, dass Führungspersonen möglichst empathisch, freundlich und „nett“ zu sein haben. Man lässt sich auf die Mitarbeiter als Individuen ein, berücksichtigt fortwährend ihre Bedürfnisse und Gefühle und arbeitet gezielt auf ein harmonisches Arbeitsklima zu. Eine Legitimation erhält dieser Leadership-Ansatz in der Geschichte unserer Spezies: Der Triumphzug des Homo sapiens auf der Erde beruht nicht zu Letzt darin, dass Menschen eine überaus hochentwickelte Fähigkeit zur integrativen Kooperation besitzen, wobei Empathie, Rücksichtnahme und eine Bändigung von übermässigen Dominanzgebaren ein unabdingbarer Teil davon sind. Dennoch stellt sich die Frage ob ein angenehmer, integrativer Führungsstil der Innovationfähigkeit einer Organisation optimal dient. Denn höchst erfolgreiche Führungspersönlichkeiten wie Steve Jobs (Apple), Andy Groves (Intel), Jeff Bezos (Amazon) und auch Bill Gates (Microsoft) waren bekanntermassen alles andere als angenehm zum Zusammenarbeiten.

Donnerstag, 16. Juli 2015

Blogbeitrag Gipfeli-Konferenz Kommunikation

An die letzte Gipfeli-Konferenz vor den Sommerferien haben wir die Vertreter der Kommunikationsbranche eingeladen. Die interessante Runde hat sich zusammengesetzt aus Frank Bodin, CEO Havas Worldwide Switzerland & Austria, Hans-Peter Nehmer, Head of Corporate Communications bei Allianz Suisse, Martin Bahnmüller, Head of Corporate Communications Kaba Holding, Gaby Tschofen, Head Corporate Communications Barry Callebaut AG, Catherine Duttweiler, Kommunikationschefin des Bundesamts für Statistik, Christian Winiker, Dozent Kommunikation HWZ, Cyrill Meier, Leiter des Center for Communication bei der HWZ, Sybille Sachs, Leiterin des Instituts für Strategisches Management, sowie Matthias Mölleney, Leiter des Center for Human Resources Management & Leadership.
Mit den Gipfeli-Konferenzen soll den Vertretern der einzelnen Branchen die Möglichkeit zum Austausch zum Thema Leadership gegeben werden.

Mittwoch, 14. Januar 2015

Kontrolle oder Vertrauen – was ist besser? Die Vertrauensarbeitszeit.

Die Vertrauensarbeitszeit ist als neues Arbeitszeitmodell auf dem Vormarsch. Das Konzept funktioniert aber nicht ohne Voraussetzungen.

 

In seinem Blogbeitrag der letzten Woche widmete sich Thomas Scheider einer Analyse der Vereinbarkeit von Beruf und Familie im Schweizer Detailhandel. Ein in diesem Zusammenhang an Popularität gewinnendes Konzept, das den Arbeitnehmenden mehr Flexibilität einräumt, ist die sogenannte Vertrauensarbeitszeit: Mitarbeitende erfassen ihre Arbeitszeit nicht mehr per Chipkarte oder Computersystem, sondern entscheiden selbst, wieviel sie wann und wo arbeiten.

Donnerstag, 14. August 2014

Von Vielfliegerei für den Klimaschutz und Wachstum trotz Ressourcenschonung


Seit 2005 finden alle Jahre UN-Klimakonferenzen zum Zweck des Klimaschutzes statt. Eine davon war jene 2009 in Kopenhagen, welche bekanntlich scheiterte, da keine verbindliche Nachfolgeregelung für das Kyoto-Protokoll gefunden wurde. Zu diesen Konferenzen müssen die Teilnehmenden hinreisen, normalerweise mit dem Flugzeug. Insgesamt wird im Namen des Klimaschutzes sehr viel oder immer mehr hin- und hergeflogen.

Neben den UN-Klimakonferenzen treffen sich z.B. Klima-Wissenschaftler verschiedenster Bereiche ebenfalls immer wieder an Konferenzen. Das Wachstum der Mobilität nimmt also nicht zuletzt auch in Bereichen zu, welche eigentlich nach nachhaltigen Problemlösungen suchen. Dies ist widersprüchlich und konterkariert die eigenen Ziele.

Im Kern geht es bei Nachhaltigkeitsthemen (wozu auch der Klimaschutz gehört) immer auch um die Bewusstwerdung der Knappheit gewisser Ressourcen, respektive der Gleichgewichtsstörung durch übermässigen Ressourcenverbrauch (z.B. Anstieg Co2-Konzentration durch Verbrauch fossiler Brennstoffe). Das sind Themen, die unserer nach wie vor primär auf Wachstum ausgerichteten Wirtschaft zu schaffen machen: Wie eben gesehen, nehmen ja gar die Mobilitätsbewegungen in der Klimapolitik und -wissenschaft eher zu.

Obwohl sich vor dem Hintergrund der Probleme wie dem Klimawandel ein schonender Umgang mit Ressourcen aufdrängt, bedeutet dies aber nicht automatisch die Notwendigkeit eines Wachstumsstopps. So weist z.B. die Philosophin und Politologin Lisa Herzog darauf hin, dass gängige Kennzahlen der Messung der Wirtschaftsleistung wie das Bruttoinlandprodukt (BIP) nicht unterscheiden, ob eine Leistung aufgrund eines grösseren oder eines geringeren Ressourcenverbrauchs zustande kam: Ob ein Automodell sehr häufig verkauft wird, weil es ein schickes, aber (ressourcen)aufwändiges Design hat oder weil es einen massgeblich tieferen Kraftstoffverbrauch hat, wird durch das BIP nicht erfasst.

Genau hier liegt der Schlüssel: Wachstum kann entweder durch den Verschleiss von mehr Ressourcen stattfinden, oder durch technische oder soziale Innovation. Ein auf Innovationen basierendes Wachstum, das sich ausserdem am Ziel der Nachhaltigkeit orientiert, kann helfen den Ressourcenverschleiss zu reduzieren. Auf Wachstum an sich müsste so also nicht verzichtet werden.

Ein Ansatz der in diese Richtung denkt, ist z.B. das Cradle-to-Cradle-Modell, bei dem kein Abfall entsteht, da das bei der Produktion anfallende überschüssige Material sowie das eigentliche Produkt selbst nach seiner Nutzung als Rohstoff wieder verwertet, also nicht entsorgt wird. Ein anderer Ansatz ist z.B. die Share-Economy, bei welcher es betreffend Gütern (inkl. Wissen) nicht mehr primär um das Besitzen dieser geht, sondern um eine gemeinsame Nutzung (z.B. Car-Sharing, Teilen von Arbeitsräumen [zeitlich und räumlich]). Dieser Ansatz zeigt auch, dass neben technischen genauso soziale Aspekte wichtig sind: ohne die Bereitschaft der Menschen zu teilen, funktioniert es nicht.

Solche und andere innovative Konzepte helfen, den Ressourcenverbrauch zu drosseln ohne das wirtschaftliche Wachstum grundsätzlich in Frage zu stellen. Im Bereich des Klimaschutzes sollte man sich nur schon der Glaubwürdigkeit wegen vermehrt an solche Konzepte halten, was selbstredend einen vermehrten Verzicht auf klimaschädigendes Fliegen nahelegt. Überhaupt können wir uns, wenn man die Ressourcenendlichkeit beachtet, ein anderes als ein innovativ-nachhaltiges Wachstum gar nicht leisten.

Mittwoch, 2. April 2014

Gute Theorien

In Kreisen der  Wissenschaften trifft man häufig die Meinung an, eine Theorie sei gut, wenn sie modellmässige Ursachen-Wirkungszusammenhänge (Kausalitäten) und quantitativ ausdrückbare Resultate zeigen könne. Diese Ansicht geht auf die sogenannten exakten Wissenschaften zurück, wo sie vielleicht Gültigkeit haben mag.Wie steht es aber damit in den Geistes - und Sozialwissenschaften?

Bei der Durchsicht führender Fachzeitschriften, etwa der Oekonomie, gewinnt man den Eindruck, dass diese Auffassung ebenfalls uneingeschränkte Gültigkeit habe. Es dominieren Beiträge, die in irgendeiner Form quantitative Aussagen und modellmässige Kausalitäten aufzeigen können.

Mittwoch, 19. Februar 2014

Masseneinwanderung, Wachstumszwang und kreative Metropole


Volksabstimmungen in der Schweiz können sich schnell einmal zu einem öffentlich Zugängen Politkrimi entwickeln, da das Volk als Souverän das (im Vergleich zu anderen Ländern ziemlich aussergewöhnliche) Recht hat, ungeachtet der Empfehlung ihrer Regierung, den betuchten Interessensverbänden und den Expertenwarnungen, einfach ein „Stopp, so nicht!“ einlegen darf und kann. So war es denn auch bei der von der SVP lancierten und nun knapp gewonnenen „Gegen Masseneinwanderung“ Initiative

Die Reaktionen zu diesem Resultat erzeugten die vorhersagbaren Wellen und Wogen der Entrüstung, Hyperbel und Panik (der Jubel blieb im Vergleich recht gedämpft): die Schweiz vor dem wirtschaftlichen Abgrund, als nun isolierte Insel der glückseligen Xenophoben, als verwöhntes Bauernvölklein das den Röstigraben aufgerissen hat und der EU eine Ohrfeige verpasste.

Treffen diese Aufschreie aber tatsächlich zu?