Guy Parmelin (SVP), Winzer und Bauer aus
der Romandie, genauer aus dem Dorf Bursins in der Waadt, wurde von der
Bundesversammlung zum neuen Bundesrat gewählt. Die Wahl wirkt institutionellen
Instabilitäten entgegen, die durch die folgenreiche Uneinigkeit und Unklarheit,
mit welcher Formel die Konkordanz im Bundesrat gewährleistet sei, hervorgerufen
wurde. Die Wahl ist ein Zeichen für den Willen zu mehr institutioneller
Stabilität und kann als Chance gewertet werden. Warum dies so ist, soll nun
anhand den für die Wahl zentralen drei Stakeholdern Parlament, Partei (SVP) und
Person (Parmelin) gezeigt werden:
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Donnerstag, 10. Dezember 2015
Donnerstag, 20. August 2015
Raus aus der Sackgasse: Weg von politischer Steuerungs- und Reformunfähigkeit
Die Probleme und Krisen, die uns in jüngster Zeit betreffen, sind zahlreich: Finanzkrise, Währungskrise, Griechenlandkrise, Flüchtlingsproblematik im Mittelmeer um nur einige zu nennen. Krisen sind problematische Zustände, die man verlassen möchte. Diesen Zustand zu verlassen, bedeutet, das Problem zu lösen. Doch wer löst all die obengenannten Probleme? Und wer ist überhaupt verantwortlich für deren Entstehung?
Mittwoch, 1. April 2015
Die dunkle Seite der Diversität
Die Entlohnung des Topmanagements von börsenkotierten Unternehmungen trägt dazu bei, den positiv konnotierten Begriff der Diversität in der Arbeitswelt in Frage zu stellen. Wieso sind zweistellige Millionenbezüge spezifischer Personen gerechtfertigt? Die Konsequenzen wiegen schwer: Eine zu grosse Diversität in der Einkommensverteilung einer Gesellschaft führt sowohl zu einer gegenseitigen Entfremdung als auch zu einer tieferen wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit.
Mittwoch, 19. Februar 2014
Masseneinwanderung, Wachstumszwang und kreative Metropole
Volksabstimmungen in der Schweiz können
sich schnell einmal zu einem öffentlich Zugängen Politkrimi entwickeln, da das
Volk als Souverän das (im Vergleich zu anderen Ländern ziemlich
aussergewöhnliche) Recht hat, ungeachtet der Empfehlung ihrer Regierung, den betuchten
Interessensverbänden und den Expertenwarnungen, einfach ein „Stopp, so nicht!“
einlegen darf und kann. So war es denn auch bei der von der SVP lancierten und
nun knapp gewonnenen „Gegen Masseneinwanderung“ Initiative
Die Reaktionen zu diesem Resultat erzeugten
die vorhersagbaren Wellen und Wogen der Entrüstung, Hyperbel und Panik (der
Jubel blieb im Vergleich recht gedämpft): die Schweiz vor dem wirtschaftlichen
Abgrund, als nun isolierte Insel der glückseligen Xenophoben, als verwöhntes
Bauernvölklein das den Röstigraben aufgerissen hat und der EU eine Ohrfeige verpasste.
Treffen diese Aufschreie aber tatsächlich
zu?
Mittwoch, 22. Januar 2014
Masseneinwanderungsinitiative: geht es wirklich nur um Einwanderungspolitik und wirtschaftliche Erfolgsmodelle?
Bei der Masseneinwanderungsinitiative geht es um sehr viel. Durch die
Aufkündigung der Personenfreizügigkeit mit der EU (notabene eine ihrer vier
Grundfreiheiten) gerieten möglicherweise die gesamten bilateralen Verträge zwischen
der Schweiz und der EU ins Wanken. Allen voran bekämpft die Wirtschaft die
Initiative. Sie betont die Wichtigkeit der Personenfreizügigkeit für die
Nachfrage nach qualifizierten Arbeitskräften. Eine Abkehr davon geschähe auf
Kosten des wirtschaftlichen Erfolgsmodells Schweiz.
Wirtschaftkreise argumentieren immer ähnlich bei Vorlagen, welche sie potentiell negativ tangieren. Aus deren Sicht ist das grundsätzlich verständlich. Die zuweilen übertrieben anmutenden Szenarien von wirtschaftlichen Düsterkeiten im Falle eines Jas zielen aber mutmasslich darauf wirtschaftsfernere Kreise das Fürchten zu lehren, so dass diese im Sinne der stark partikular vorgebrachten Interessen der Wirtschaft abstimmen. Im Nein-Lager zur Initiative sind die wirtschaftlichen Argumente klar dominant.
Bei einem echten problemorientierten Ansatz trüge aber auch die Wirtschaft eine grosse Verantwortung: sie müsste unbedingt davon ablassen, ihre Interessen politisch zu partikular – und daher von den Anliegen der „Allgemeinheit“ entkoppelt – zu bewirtschaften. Da bei einem Nein kein Druck mehr vorhanden ist, wird dies aber kaum eintreten. Ein Ja umgekehrt führte in eine nicht problemorientierte Isolation.
Wirtschaftkreise argumentieren immer ähnlich bei Vorlagen, welche sie potentiell negativ tangieren. Aus deren Sicht ist das grundsätzlich verständlich. Die zuweilen übertrieben anmutenden Szenarien von wirtschaftlichen Düsterkeiten im Falle eines Jas zielen aber mutmasslich darauf wirtschaftsfernere Kreise das Fürchten zu lehren, so dass diese im Sinne der stark partikular vorgebrachten Interessen der Wirtschaft abstimmen. Im Nein-Lager zur Initiative sind die wirtschaftlichen Argumente klar dominant.
Geht es den Gegner primär um wirtschaftlichen Liberalismus, geht
es den Befürwortern im Kern um die Einführung einer restriktiveren Einwanderungspolitik.
Beide Argumentationen missachten, dass die Migration zu erfolgreichen
Metropolregionen (durch hoch oder niedrig Qualifizierte) eine elementare,
politisch nicht verhinderbare Realität der heutigen Welt ist. Die Migration zu diesen
Metropolregionen ist ein globales Phänomen: ob Zürich, Hamburg, Paris, Mumbai
oder Moskau: alle erfolgreichen Metropolregionen ziehen Menschen aus dem
jeweiligen In- und Ausland an. Dies hat neben klar positiven Auswirkungen auch
negative: nicht nur verändert sich die Siedlungsstruktur sondern die gesamte infrastrukturelle
und soziale Geographie einer Gegend verändert sich (z.B. Dichteprobleme wie
Wohnraumknappheit; schnell ändernde gesellschaftliche Gefüge).
Mit einer Masseneinwanderungsinitiative ist dem nicht beizukommen.
Trotzdem haben in vielen europäischen Ländern konservativ-isolationistische
Kräfte Zulauf. Deren Lösungsansatz einer Rückkehr zum autarken und heilen
Nationalstaat muss unter den gegebenen Realitäten jedoch scheitern. Umgekehrt
lösen Forderungen nach grenzenlosen wirtschaftlichen Opportunitäten diese
Probleme selbstredend auch nicht. Im Gegenteil, sie fördern den Trend der
Migration in die Metropolregionen (z.B. Stichwort „Wettbewerb um Talente“) ohne
deren Probleme sehen zu wollen oder zu reflektieren.
Die guten Erfolgsaussichten der Masseneinwanderungsinitiative können
u.a. so gelesen werden, dass dahinter u.a. die erwähnten vielschichtigen
Probleme der Migration in Metropolregionen stehen: dieser Schuh drückt viele
BürgerInnen. Die Diskussion sollte sich daher im Kern nicht darum drehen, ob –
spitz formuliert – die Schweiz eine völlige (wirtschaftliche) Isolation oder
eine totale wirtschaftliche Öffnung will. Sondern darum, wie die (schon seit
vor der Personenfreizügigkeit stattfindende) Realität des Zuzugs in
erfolgreiche Metropolregionen für möglichst alle Anspruchsgruppen positiv oder
zumindest erträglich gestaltet werden kann. D.h. die Politik ist gefordert, die
Probleme anzugehen. Davon ist man aber noch weit entfernt, gerade auch im trotz
EU sehr heterogenen und institutionell nur partiell verwobenen Europa.
Bei einem echten problemorientierten Ansatz trüge aber auch die Wirtschaft eine grosse Verantwortung: sie müsste unbedingt davon ablassen, ihre Interessen politisch zu partikular – und daher von den Anliegen der „Allgemeinheit“ entkoppelt – zu bewirtschaften. Da bei einem Nein kein Druck mehr vorhanden ist, wird dies aber kaum eintreten. Ein Ja umgekehrt führte in eine nicht problemorientierte Isolation.
Fazit: Bezüglich der Frage, ob nun ein Ja oder ein Nein in die
Urne gehört, schliesse ich mich Frau Bundesrätin Simonetta Sommaruga an, die in
der Polit-Sendung Arena vortrug, dass ein Ja aus reinem Protest in dieser
Abstimmung fehl am Platz sei.
Claude Meier
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