Da sich der homo oeconomicus als ein
rationaler, stets nutzenmaximierender Agent durch die Welt bahnt, gibt es für
ihn de facto keine Stakeholder, die es zu beachten gilt. Es sei denn,
deren Beachtung dient der Maximierung des eigenen Nutzens, wobei man auch als
„Altruist“ mit „selbstlosem Handeln“ noch seinen eigenen Nutzen maximiert.
Jegliche Handlungen werden knapp an die Maxime des „Maximierens“ angebunden,
das Ökonomen wie auch Managern als wertfreie Richtlinie dient. Die moderne
Ökonomie, mathematik- und modellverblendet, wie auch die Aktiengesellschaft,
profit- und Shareholder-Value-besessen, nehmen sich in ihrer Logik implizit wie
auch oft explizit als „wertneutral“ bzw. wertfrei oder wertbefreit wahr.
Sie leben in ihren eigenen, meist hermetisch abgeriegelten Theorie-Konstrukten
und durchrationalisierten Profit-Universum, das als reeller als das der
physischen Stakeholder (sei es der Mensch oder die Natur) wahrgenommen wird.
Der Mensch und die Natur dienen nur als „Mittel“ zum „Zweck“. Dies aber
widerspricht dem Grundkonzept des „Stakeholders“, der einen inhärenten Wert und
Würde hat.
